Landtechnik der 50er & 60er 
 Bewährt und zuverlässig 
 


Anbau & Ernte
LEINSAMEN

Der Anbau von Leinsamen ist sonst eher in Süddeutschland verbreitet, aber ich möchte für meine Brotbackmischungen den Leinsamen selbst ernten. Die Aussaatfläche beim Leinsamen Anbau wird am besten mit Kalimagnesia (Patentkali) vorbehandelt und hat dann den nötigen Gehalt an Kalium und Magnesium, der für den guten Wuchs des Leins wichtig ist. Ich baue Öllein an, eine Sorte, bei der die Leinsamen gut geerntet werden können. Es gibt auch den Faserlein (Flachs), dessen Fasern man früher zur Textil­gewin­nung verwendet hat (Leinen). Aber die Verarbeitung von Faserlein wird heute kaum noch gemacht. Der Leinsamen wird spätestens Mitte April bei warmem Boden in ein fein­krüme­liges Saatbett gesät. Ich benutze dazu meine altbewährte Saxonia Sämaschine , die ja auch bei der Einsaat von Getreide zum Einsatz kommt.

 

Der Lein hat eine relativ kurze Vegetationszeit von ca. 120 Tagen bis zur Reife und es ist wichtig, daß die Pflanze bis zur Blüte ca. im Juni eine gute Wasserversorgung hat. Der Lein blüht mit einer blauen Blüte und ist, obewohl die Blüten gern von Insekten angeflogen werden, Selbstbestäuber.  Die Düngung erfolgt nur vorsichtig, der Lein ist sehr genügsam. Gegen Unkräuter striegele ich mit der Netzegge.

 

 

 

Der Lein reift bei guter Witterung im August ab. Die Stängel sind dann trocken und gelb-braun gefärbt, die Samen rasseln in ihren Samenkapseln. Die Ernte erfolgt mit einem konventionellen Mähdrescher, wobei zunächst der Lein mit einem Balkenmäher geschnit­ten wird um dann einige Tage gleichmäßig abzutrocknen, Da die einzelnen Leinpflanzen nur sehr ungleichmäßig abreifen, hat sich diese Methode bewährt. . Dann kann der Köla Combi Mähdrescher die Schwaden im Schwaddruschverfahren aufnehmen und dreschen.


Sofort nach der Ernte muß das Saatgut getrocknet werden, die Feuchte darf nicht mehr als 10% betragen, ansonsten wird der Leinsamen muffig und ranzig.Bei gutem Wetter kann der geerntete Leinsamen in der Sonne trocknen. Danach werden die Leinsamen mit der Agris Getreidereinigung gründlich gereinigt und so von Fremdkörpern, Stängelresten, Fremdsamen etc. befreit. Dann ist der Lein bereit zum Öl pressen oder als Zutat für die Backmischungen.